Der soziale Hintergrund


Was nun den Querschnitt der Mitgliedschaften angeht, liegt es nahe, daß sowohl Begüterte als auch weniger Begüterte darunter waren, weil ansonsten wohl zumindest finanzielle Hilfen gegenüber Bedürftigen kaum möglich gewesen wären. 

Überdies muß man bedenken, daß es bis zum Ende des 19. Jahrhunderts keine soziale Absicherung in der Bevölkerung, zum Beispiel durch eine Sozialgesetzgebung, gab. Arbeitsunfähigkeit oder Tod eines Handwerkers beispielsweise hätte seine Familie ohne Hilfe von außen vor große Probleme gestellt.

Nach und nach gingen manche Vereine dazu über, Unterstützungen sowohl für Mitglieder als auch für Nichtmitglieder bezüglich der Voraussetzungen und der Höhe von Zahlungen zu reglementieren.
Teilweise nahm dies schon Formen von Kranken- oder Sozialversicherung an.
So darf man davon ausgehen, daß soziales und caritatives Engagement u.a. von Schützenvereinen die spätere Sozialgesetzgebung maßgeblich beeinflußt hat.

Wie bereits erwähnt, nahmen die Hilfen in Notzeiten ein besonderes Ausmaß an.
Dies gilt insbesondere während der Kriege 1864, 1866, 1870/71 und 1914/18.In solchen Zeiten beschlossen die Vereine des öfteren, auf Vergnügungen zu verzichten und sich voll und ganz auf Hilfsmaßnahmen gegenüber Betroffenen zu konzentrieren.